Cold Chisel und mein Cowgirl Dasein🤠

In diesem Blogpost reisen wir nochmal in die Woche des Country Music Festivals zurück (17.01.-26.01.).

Da Lynn und ich die gesamte Woche über täglich am Arbeiten waren, hatten wir leider nicht sonderlich viel vom Musikprogramm. Weswegen wir uns demnach umso mehr freuten, zum Cold Chisel Konzert am 19.01. eingeladen zu werden. Wie das alles zustande kam ist eigentlich eine sehr lustige Geschichte. Wir dachten auch eigentlich beide, dass wir einfach nur über den Tisch gezogen wurden und keine Tickets bekommen.

Nach der Arbeit Samstagmittags (18.01.) sind wir durch die Peel Street (Tamworths Hauptstraße) gelaufen und haben uns die vereinzelten kleinen Musiker angehört.

An einer dieser Ecken sind wir auf Ethan, einem sympathischen Mitarbeiter von Optus (Mobilfunkanbieter), gestoßen. Dieser hat uns dann von einem Gewinnspiel erzählt, bei dem man ein Selfie mit einem der Optus Mitarbeiter auf der Straße macht, es auf den eigenen Social Media Kanälen hochlädt und den Radiosender 92.9fm verlinkt. Nachdem Ethan und ich das taten, kamen wir ins Gespräch. Die üblichen Fragen, die Backpacker eben so gestellt bekommen. Aus dem Gespräch entwickelte sich dann die Einladung zum Cold Chisel Konzert am nächsten Abend, da Ethan uns kulturell bereichern wollte. Lynn und ich hatten natürlich keine Ahnung wer oder was Cold Chisel ist und wurden neugierig. Die Tickets hätten jeweils eigentlich $200 gekostet und wir wurden umsonst eingeladen - wer sagt da auch nein! Es schien ja auch eine relativ bekannte Band zu sein (dachten wir uns). Nachdem Ethan meinte es sei Australiens bekannteste Rockband und die müsse man kennen, haben wir ihm dann zugesagt.

Ich habe keine Ahnung, ob ich das Gewinnspiel überhaupt gewonnen habe, da die Tickets nicht teil davon waren. Ethan’s Arbeitgeber hat den Angestellten Freikarten ausgestellt und dieser hat uns eben seine extra Karten gegeben!

Mein Selfie mit Ethan für das Optus Gewinnspiel

Mein Fazit: Es war definitiv ein sehr cooles Konzert. Auch wenn Rockmusik nicht meine erste Wahl ist, war es trotzdem wirklich schön anzuhören und anzuschauen. Besonders weil die Band eben auch schon seit 1973 existiert und alle Bandmitglieder immer noch unglaublich lebendig und voller Motivation miteinander performen!

(Ein weiteres Fazit: Ethan war nur so freundlich mit den Freikarten, da er mich auf ein Date einladen wollte… zu hören, dass ich einen Partner habe, hat ihn leider etwas enttäuscht :D. Abgesehen vom coolen Konzert war der Abend auch sehr seltsam, zum Glück war Lynn dabei!)

Nach der Country Music Festival Woche haben Lynn und ich versucht die Zeit, die wir noch zusammen haben, so gut wie es geht zu nutzen, da sie am 02.02. leider weiter nach Vietnam reiste!

Die meiste Zeit haben wir eigentlich im 'Hissy Fits' Café verbracht, um zu lunchen oder im 'Williamsburg' für Burger und Chicken Caesar Salate. Das Hissy Fits war schon unser Favorit als Sarah noch da war, weil die einfach die besten Milchshakes und Kaffees machen!!!

Am Samstag (18.01.), bevor wir sonntags auf das Cold Chisel Konzert gingen, haben wir uns auf einen Espresso Martini im 'The Press' mit zwei Café Gästen vom Morgen getroffen. Das war auch eine sehr einmalige Situation.

Einer der Gäste, Daniel, hatte seine Handynummer auf die Rechnung geschrieben und steckte sie Lynn zu. Ich bin für moralische Unterstützung mitgegangen und um Daniels Kumpel Kane zu unterhalten. Nach den Drinks sind wir durch den Park gelaufen und entdeckten ein Possum im Baum, das Kane unbedingt streicheln wollte - wir leben noch. Die beiden freuen sich schon riesig uns eines Tages Newcastle zu zeigen (sie sind in Newcastle aufgewachsen und leben nach wie vor dort).

Am letzten Tag vom Country Music Festival (26.01.) ist Immanuel von seiner Hühner Farm 300km entfernt nach Tamworth reingefahren, um sich das Ende des Musikprogramms anzuschauen. Immanuel ist ein Deutscher, den ich über eine Backpacker Gruppe auf Facebook kennenlernte.

Letztendlich saßen wir aber doch mehr abseits der Musik und haben uns mit ihm unterhalten. War sehr cool mal die Erfahrungen und Erlebnisse von einem männlichen Backpacker zu hören! Bevor wir dann nachts heimgefahren sind, haben Lynn und ich uns noch von unseren neuen Bekannten von Bao Brothers Eatery aus Newcastle verabschiedet, da diese am nächsten Morgen auch zurück nach Newcastle gefahren sind. Von denen erhielt ich sogar ein ‘Job Angebot’, ihnen im Foodtruck auszuhelfen, wenn sie in Städten unterwegs sind, in denen ich auch gerade am Reisen bin - passt aber leider mit meinen Reise ‘Plänen’ nicht so ganz zusammen. Aber wer weiß was sich sonst noch so ergibt!

Am ersten Februar Wochenende (01.02.) sind Lynn und ich Samstagmorgens spontan zu den Apsley Falls gefahren, für einen letzten gemeinsamen Ausflug. Der ganze Trip war auch eine riesengroße Tortur, die schon am Morgen gut losging! Als sie mich um 7 Uhr abholen wollte, ist ihr Auto mal wieder abgesoffen und nicht mehr angesprungen - die Batterie war leider am Verrecken. Glücklicherweise konnte sie sich selbst mit einer separaten Batterie Starthilfe geben und schon ging der Ausflug los!

Nach 1 1/2 Stunden fahren sind wir dann auch endlich angekommen und haben unsere Wanderung gestartet. Nach dieser langen Trockenzeit in Tamworth hat es kurz zuvor endlich mal wieder ein wenig geregnet und demnach war es unglaublich schön den Wasserfall zu riechen und überhaupt zu sehen/hören - kann das Gefühl einfach nicht in Worte fassen!❤️

Nachdem wir meisterhaft unsere Wassermelone mit einem Löffel und ohne Messer gegessen hatten, haben wir uns auf den Weg zurück nach Walcha gemacht, um eine kurze Kaffeepause einzulegen. Da wir dachten der Oxley Wild Rivers Nationalpark ist ja eh nicht weit entfernt, könnten wir da ja nach der Kaffeepause hinfahren. Nach zwei Stunden Rumeiern, sind wir langsam ins Zweifeln gekommen, ob das tatsächlich der richtige Weg ist - Google Maps hatte uns angezeigt, dass wir nur 15 Minuten entfernt seien.

Problem war nur, dass da keine öffentliche Straße vorhanden war, sondern nur eine Einfahrt auf ein Grundstück, die wie eine Sackgasse wirkte. Da wir sowieso schon vor dem Einfahrtstor standen und uns ein Schild darauf hinwies, dass wir eine Nummer für eine Durchfahrtgenehmigung wählen sollen, haben wir das dann auch getan. Die nette Dame am Telefon erklärte mir, wir müssen einen völlig anderen Weg einschlagen und das hier eben kein Durchgang zu unserem Ziel sei. Die Anspannung im Auto stieg natürlich langsam immer mehr, da wir inzwischen schon fast 6 Stunden unterwegs waren!

Nach kurzer Überlegung beschlossen wir dann heimzufahren, da das ja doch keinen Sinn machen würde. Apple Karten hatte uns angezeigt, dass die besagte Straße nicht mal existiert und wir außen herum fahren müssten, was circa 3 1/2 Stunden dauert - zurück nach Tamworth bis nach Armidale und dann wären wir am Ziel.

Wir sind natürlich lieber nach Hause gefahren und waren nach Ankunft auch satte 8 1/2 Stunden unterwegs. Was ein Ausflug! :D

Eine Farm voller Rehe

Am 29.01. haben wir Brads 21. Geburtstag im Kootingal Pub mit Freunden und Familie nachgefeiert - die Torte war definitiv mein persönliches Highlight! Davon, wie stressreich dieser Abend dann noch war, fange ich erst gar nicht an, so ganz den Durchblick habe ich sowieso noch nicht - das Ende des Abends war aber auf jedenfall sehr tränenreich für Brad!

Die Woche darauf waren Brad und ich in seinem Lieblingsladen in Tamworth 'Marsh Carney Saddlery', weil er neue Jeans kaufen wollte. Die Gelegenheit habe ich direkt genutzt, um mir die Auswahl der Boots anzuschauen, weil ich schon eine ganze Weile davon träumte mir Cowgirl Boots zu kaufen!

Donnerstags, nach meinem Friseurtermin (nach sieben Monaten endlich mal wieder neue Farbe auf dem Kopf), sind wir zurück zur Saddlery gefahren, um meine neuen Boots abzuholen.

Ein krasser Kontrast zur natürlichen Farbe!

Da meine Skinny Jeans und Crop Tops mit den Boots leider nicht passen, musste natürlich eine neue Garderobe her! Daher habe ich mir direkt einen neuen Gürtel, eine Jeans und zwei Hemden gekauft - jetzt bin ich wirklich wie ein Cowgirl ausgestattet (fehlt nur noch der Hut)!

Am selben Tag ist auch Paket Nummer 4 aus Deutschland mit Brads Geburtstagsgeschenk von Mama angekommen - danke Mama, er vergöttert sein Bartpflege Set wie ein kleiner Junge seine Süßigkeiten!

Da jetzt langsam der Herbst eingetroffen ist, regnet es jetzt deutlich mehr und schüttet eigentlich nur noch eimerweise vom Himmel. Glücklicherweise kann man damit nun auch behaupten, dass zum heutigen Zeitpunkt (09.03.) alle Buschfeuer gelöscht sind und somit die Buschfeuer Saison 2019/2020 beendet ist.

Dummerweise ist hier in Australien natürlich auch nichts normal, weswegen jetzt immer mehr Überflutungen stattfinden, wortwörtlich Auffahrten wegschwimmen und alle möglichen Fahrbahnen weggespült werden!

Diese neuen Wassermassen nutzen die Kerle hier mit ihren 4WD Utes (Geländewägen) und fahren raus, um wortwörtlich im Matsch zu spielen! Ich war jetzt zweimal mit dabei, als Brad und seine Kumpels bzw. Arbeitskollegen zum Four-Wheel-Driving in den Wald fuhren, aber ich bin einfach kein großer Fan davon.

Und dann steckte er fest :D

Und nach der ganzen Matsche Pampe alles wieder blitzblank

Am 17.02. habe ich angefangen Freiwilligen Arbeit in einem Eventing Pferdestall (Heritage Hill) hier in Moonbi zu verrichten, da mir der Kontakt mit Pferden sehr fehlt. Sharmayne, die Besitzerin, ist eine super liebenswerte Frau mit unglaublich goldigen Hunden und Pferden - sogar die Katzen sind mir sympathisch :D

Somit hatte ich auch endlich mal wieder die Gelegenheit ein Pony zu reiten, was nach ca. 6 Monaten echt seltsam und ungewohnt war, besonders mit Kinder Steigbügeln und einem völlig fremden Pony! Von meinem anschließenden Muskelkater fange ich erst gar nicht an... der hat einige Tage angehalten und hat ordentlich gezwiebelt!

Da Sharmayne’s Hof im selben Ort ist in dem wir wohnen, dachte ich, ich könnte ja zu ihrem Hof laufen. Laut Google Maps sah es auch nur nach ein paar Kilometern aus und sollte auch nicht lange dauern. Leider war mir der Anstieg in Höhenmetern nicht bewusst und bin bergauf fast verreckt :D

Auf halbem Wege dachte ich mehrfach darüber nach umzudrehen und wieder heimzulaufen, wollte aber nicht unfreundlich sein, da Sharmayne und ich verabredet waren. Dummerweise war dies auch der erste Tag an dem ich meine neuen Arbeitsschuhe einlief und eins kann ich sagen, diese Schuhe sind fürchterlich unbequem!!! Als ich endlich bei Sharmayne ankam, habe ich mich natürlich erstmal für meine Verspätung entschuldigt, sie kam jedoch aus dem Staunen nicht heraus, dass ich den ganzen Weg gelaufen bin (ich glaube damit habe ich mir einen respektablen ersten Eindruck verschafft).

Da ich leider auf meine Reitstiefel Zuhause verzichtete und die neuen Arbeitsschuhe furchtbar unbequem sind, war Sharmayne so lieb und hat mir ihre alten Stiefel angeboten - diese Geste weiß ich sehr zu schätzen, da Reitstiefel relativ teuer sind!

Und weil’s so schön war noch ein paar Einblicke zum Schluss:

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