Port Macquarie und TCMF 2020
Zu Beginn erstmal noch ein frohes neues Jahr! <3 Ich werde langsam fauler, da der letzte Beitrag genau zwei Monate her ist. Naja seitdem ist auch viel passiert. Über Neujahr war ich mit Brad in Port Macquarie bei seiner Nanna im Urlaub, hatte Vollbelastung über die Tamworth Country Music Festival Woche in beiden Jobs (17.01. - 26.01.) und habe dann direkt noch eine Kündigung hinterher geworfen.
Am 26.12. hat der Weihnachtsmann etwas verspätet Lucie mein kleines Weihnachtsgeschenk vorbeigebracht, worüber sie sich dem Bild zufolge riesig gefreut hat! <3 Am selben Tag ist auch noch Brads Tante aus Neuseeland als Überraschungsgast gekommen - somit war die halbe Familie so gut wie vereint! In dieser Nacht hat Bruce (einer der Hunde) wohl eine "Green Ant" (ne große, böse Ameise) mit ins Bett gebracht, die mich dann nachts gebissen hat. Ich konnte sowieso nicht gut schlafen und als ich beinahe ins Schlafkoma gefallen bin, weckt mich dann ein unheimlich unangenehmes Brennen wieder auf... danke für nichts! :(
Am 27.12. hatten wir abends noch ein letztes gemeinsames Familien Dinner im Kootingal Pub, bevor sich dann am 28.12. langsam alle nacheinander auf den Weg nach Hause gemacht haben. Nicola und Waren zurück in Richtung Perth und Jono zurück nach Sydney zu Freunden bis er dann wieder nach Neuseeland zurückgeflogen ist. Brads Großeltern sind erst nach Neujahr mit Amanda zurück nach Neuseeland geflogen.

Da am 28.12. sowieso der Großteil heimgefahren ist, haben Brad und ich die Gelegenheit ergriffen und sind nach Port Macquarie zu seiner Nanna gefahren. Da sich die Buschfeuer überall weit ausgebreitet und großes Unheil angerichtet haben, hat sich unsere Fahrtzeit natürlich auch hinausgeschoben. Unter anderem mit 40 Minuten Wartezeit in den Bergen, bis der "Pilot" an der Spitze uns auf die andere Seite eskortiert. Da die Leitplanken im Feuer geschmolzen sind oder einfach zerstört wurden, ist es nach wie vor zu gefährlich beide Straßenseiten während dem Wiederaufbau offen zu lassen. Daher eskortiert alle 40 Minuten im Wechsel ein Pilot eine Ladung Autos auf die andere Seite der Berge.




Am späten Nachmittag sind wir dann endlich in Wauchope angekommen und haben uns erstmal im Pool ausgeruht. Da wir am 2.01. wieder nach Hause gefahren sind, hatten wir einen relativ durchgeplanten Tagesablauf, um möglichst viel von Port Macquarie mitzunehmen (oder zumindest ich, Brad ist ja hier aufgewachsen und kennt demnach alles wie seine Westentasche).



Ein Besuch im Billabong Zoo für die typischen 0815 "Australien - Lisa" Aktivitäten war natürlich auch drin - Koalas streicheln und Kängurus füttern und streicheln. Mein Fazit: Koalas sind unglaublich flauschig (ich dachte sie hätten eher kratziges Fell) und Wallabys aus direkter Nähe zu füttern ist unglaublich goldig (vor allem mit ihren kleinen Joeys im Bauch). Ich würde mal behaupten Brads Strand Highlight war definitiv sein übliches Quallen Cricket (einen anderen Sinn sehe ich persönlich in diesen Kreaturen nicht🤷🏼♀️).






















Über den Besuch im Timbertown Heritage Theme Park in Wauchope am 30.12. hat sich Brad am meisten gefreut, da er total von alten Loks und dem alten Schmied im Park (der uns ein Herz geschmiedet hat) fasziniert ist. Nach Timbertown sind wir zum Lighthouse Beach gefahren, dass ich endlich meinen Sandstrand und das Meer habe! Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich SO riesig freuen würde, das Meer endlich mal wieder zu sehen. Besonders nach der langen und heißen Dürre hier in Tamworth, weiß man das Wasser und die Luftfeuchtigkeit weit aus mehr zu schätzen. Demnach hat mich Brad so schnell nicht wieder vom Strand wegbekommen - zu seinem Pech, da er den Sand verabscheut!










Am Strand haben wir dann einen Seestern vorm Austrocknen gerettet und eine mini Krabbe gefunden. Im Anschluss haben wir eine ungeplante Bergwanderung ab dem Leuchtturm begonnen und sind letztendlich auf der Spitze eines Felsen im Sea Acres Nationalpark gelandet. Da es so unglaublich windig war, kam Brad auf die glorreiche Idee mein Kleid mit einer Sicherheitsnadel zusammenzubinden. Jetzt ratet mal wer sich damit sein drei Tage altes Kleid beim Bücken zerrissen hat... Nach einem Frozen Yoghurt am Strand und zwölf Stunden unterwegs waren wir dann endlich wieder zu Hause und sind rückwärts ins Bett gefallen.














Am Silvester Morgen haben wir das Koala Hospital besucht, in dem von Buschfeuern betroffene Koalas wieder aufgepäppelt werden, um sie dann auf das Leben draußen wieder vorzubereiten. Am Nachmittag waren wir (eigentlich nur ich) dann am Lighthouse Beach schwimmen, weil es da einfach totenstill war - keine Menschenseele, dummerweise aber auch keine Rettungsschwimmer🤷🏼♀️. Entlang des Coastal Walk am Nachmittag haben wir uns spontan dazu entschlossen eine 'Sunset Cruise' Bootsfahrt zu machen um unter anderem Delfine zu beobachten (wie zu erwarten haben wir keine Delfine von Nahem gesehen, nur die Rückenflossen von zwei Delfinen kilometerweit weg).
Am Abend und um ins neue Jahr "reinzufeiern" sind wir nach dem Auffrischen wieder zurück in die Stadt gefahren um dann festzustellen, dass die ganze Stadt eigentlich ausgestorben ist und absolut nichts mit Party abgeht. Letztendlich sind wir dann auf dem Jahrmarkt gelandet, wo Brad ein Faultier und eine Robbe für mich gewonnen hat <3
Am Neujahrstag war dann Pause angesagt um dann fit und ausgeruht am 2.01. mittags wieder heimzufahren. Danke Brad für die wunderschöne Woche <3












Mein Fazit über die Gastronomie in Australien ist faszinierend, da hier doch einige Unterschiede herrschen. Der größte und wahrscheinlich entspannteste Unterschied ist das Temperament der Köche hier (vorneweg kann ich das natürlich nur durch meine Arbeitserfahrungen im Restaurant und im Café beurteilen - jeder Betrieb in Australien ist natürlich auch anders und hat seine internen Unterschiede). Man sagt ja gerne, dass Köche Zuhause oft schreien und es laut in den Küchen zugeht oder ab und zu einiges nicht schnell genug geht. Das habe ich hier in den letzten drei Monaten kein einziges Mal erlebt. Selbst wenn der Bondrucker voll mit Bons ist und der Laden beinahe platzt. Bin immer noch fasziniert wie ruhig die Köche hier bleiben, selbst bei den dümmsten Fragen und Extrawünschen der Gäste.
Wenn ich schon die Gäste anspreche, bleiben wir doch bei diesem Thema. Im Großen und Ganzen waren alle bis jetzt wirklich überfreundlich und ich hatte kaum einen Moment in dem ich dachte "geh doch einfach wieder nach Hause und nerv' jemand anderen" (solche Momente hatte ich Zuhause sehr oft :D). Die deutschen Gäste sind eben weit aus ungeduldiger, teilweise wirklich unfreundlicher und wissen deine Dienste und das "Produkt" ab und zu einfach überhaupt nicht zu schätzen. Diese Erfahrungen bestätigen die Aussage mal wieder, dass Australier absolut entspannt und ausgelassen sind. Natürlich gibt es aber auch immer schräge Vögel, die nicht so ganz der "Norm" eines vernünftigen Gastes entsprechen. Dies war besonders in der Country Music Festival Woche zu sehen, da kommen eben alle von überall her und lassen ihr Manieren gerne mal Zuhause alt werden!
Besonders faszinierend sind die Ratespiele der Gäste woher mein Akzent kommen könnte -> zwischen dänisch, deutsch, finnisch, französisch, holländisch, österreichisch, schwedisch und skandinavisch war schon alles dabei - meistens waren sie dann aber doch eher überrascht, dass es ein deutscher Akzent ist!
Auch im Vergleich der Arbeitsatmosphäre und dem Umgang mit den Mitarbeitern habe ich einige Unterschiede gesehen, manche aber auch nur, weil ich eben eine andere Sprache spreche. Das hat es zu Beginn ab und zu etwas schwer gemacht, besonders wenn man Chefs oder Kollegen vor sich hat, die damit nicht umgehen können und gleich ausrasten, wenn man etwas nicht auf Anhieb versteht (was normal ist, wenn man eben nicht von Geburt an die englische Sprache gelernt hat!!!) Naja wie dem auch sei kann ich definitiv behaupten, dass mir der Job im Restaurant besser gefällt! Dort fühlt man sich einfach mehr wertgeschätzt, man baut persönliche Bindungen auf, hat mehr Leute im selben Alter um sich herum und man wird einfach viel liebevoller behandelt! Der Küchenchef Paul und ich waren von Anfang an auf einer Wellenlänge, weil wir so gut wie Namensvetter sind💁🏼♀️. Verglichen zum Café, in dem alles sehr emotionslos und ohne jegliches Interesse abläuft, hat man im Restaurant wenigstens Spaß an der Arbeit und geht mit guter Laune wieder nach Hause und kommt vor allem auch mit guter Laune zur Arbeit!! Im Café habe ich schon Bauchschmerzen und schlechte Laune bekommen bevor meine Schicht überhaupt begonnen hat - du kommst zur Arbeit und "sitzt" sozusagen deine Schicht ab bis du endlich wieder heimdarfst. Fünf Stunden arbeiten dort fühlen sich an wie zehn überall sonst, keiner unterhält sich mit irgendwem und du bekommst laufend das Gefühl vermittelt, dass du alles nur falsch machst, dass du keinen guten Job machst und wenn du mal eine simple Frage stellst, bekommst du einen Blick zugeworfen als hättest du gerade 50 Teller absichtlich fallen lassen... sonderlich wertgeschätzt und willkommen habe ich mich nicht gefühlt, ein "hey danke für deine Unterstützung heute, war ja echt viel los" bekam weder Lynn noch ich zu hören! Grundsätzlich ist der Chef sowieso keine Person für eine Chefposition, aber das ist eine andere Geschichte - undankbarer, schleimiger Idiot trifft es online niedergeschrieben ziemlich gut und einen guten Ruf hat er in der gesamten Stadt nicht! Trotzdem bin ich natürlich dankbar für diese Erfahrung und für das Geld, welches ich in der Zeit verdienen konnte.
Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass die Arbeit in der Gastronomie in Australien einige Unterschiede aufweist, sei es das Temperament der Köche, die Art und Weise "wie bedient wird" oder das Verhältnis zu Chefs, Kollegen und Gästen. Nicht zu vergessen eben auch die gewisse Schwierigkeit auf sprachlicher Ebene, mit der man zu Beginn eine Weile zu kämpfen hat. Wenn man jedoch dran bleibt und sich nicht unterkriegen lässt (auch nicht von idiotischen Chefs!), dann kommt man wirklich schnell in den Arbeitsmodus, sodass es auch richtig Spaß machen kann!
Und da es gerade um die Arbeit geht, beziehe ich mein Schlusswort heute auf meine bevorstehende Zeit auf der Farm für mein Second year Visa! Nächsten Montag (2.03.) werde ich voraussichtlich in der Nähe von Quirindi (ca. 115km von Zuhause entfernt) mein Farmwork starten und kann gar nicht beschreiben wie mulmig und unsicher meine Gefühle darüber sind! Ich habe keine Ahnung was mich dort erwartet und versuche mich irgendwie darauf vorzubereiten. Ich hoffe das wird was, aber ich warte jetzt mal ab und werde sehen wie das wird! In diesem Sinne bye bye! <3