Zahllose Buschfeuer und die Angst vor Evakuierung

Vorab wünsche ich frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!❤️

Das brennende Thema der vergangen 4 Wochen sind die wütenden Buschfeuer in New South Wales und Umgebung. Vor 4 Wochen startete ein relativ großes Buschfeuer ungefähr 6km von unserem Haus entfernt.

Das Feuer wurde von zwei Kindern vorsätzlich in Moonbi am Highway gelegt, umzingelte die beiden und entfachte ziemlich schnell ein großes und gefährliches Feuer.

Es war ein Dienstagmorgen und ich war alleine Zuhause. Brads Dad rief mich an und wollte wissen ob ich schon Flammen sehen könne. Im ersten Moment ist sowas nicht sonderlich beruhigend :D

Mein vorheriger Gastvater hatte mir zwar zu Beginn erklärt wie ich mich im Ernstfall eines Buschfeuers verhalten solle, aber wenn die Theorie zur Realität wird, reagiert man tatsächlich etwas panisch und steht auf dem Schlauch. So eine Art von Angst hatte ich zuvor noch nie verspürt und um ehrlich zu sein, wenn wir tatsächlich evakuiert worden wären, hätte ich nicht gewusst wie es weitergehen würde.

Zu unserem Glück wechselte der Wind nachts seine Richtung, somit zog das Feuer am Berg entlang und entfernte sich von uns. Inzwischen ist das Feuer offiziell erloschen und stellt fürs erste keine Gefahr mehr dar.

Mit knappen 7000 Hektar Brandfläche war das im Durchschnitt leider ein relativ kleines Buschfeuer. Es ist unglaublich traurig wie schnell die Feuer hier ausbrechen und sich verbreiten und besonders wie viele Lebensräume und Grund und Boden für Mensch und Tier erstmal zerstört werden.

Das Schlimmste ist aber die Tatsache, dass über 40% der Brände von Menschen, sei es vorsätzlich oder nicht, verursacht werden. Die Buschfeuer Saison hatte es schon zu Beginn im Oktober in sich und wütete aggressiver als die Jahre zuvor. Die Saison in NSW startet meistens Anfang Oktober und hält an bis Ende März.

Mit den steigenden Temperaturen weit über 40 Grad, dem fehlenden Regen und der rauchigen Luft macht es das Leben nicht angenehmer, aber man lernt damit zu leben und seine täglichen Pläne daran anzupassen.

Am 25.11. habe ich endlich mein RSA Zertifikat ausgestellt bekommen und habe schon 2 Arbeitsverträge erhalten und unterschrieben - was meine 6-wöchige Arbeitslosigkeit endlich beendet.

Ein Arbeitsvertrag als Casual (Aushilfe) Bedienung im Addimi in Tamworth (Café) und ein weiterer für die Country Music Festival Woche im Januar (17.01.-26.01.) bei der West Entertainment Group auch als Casual Bedienung. Diese Arbeit ist jedoch deutlich anders als im Café, da die West Entertainment Group mehrere Restaurants und Spielhallen besitzt.

So wechsle ich zwischen verschiedenen Restaurants in denen ich aktuell eingelernt werde. Die Gastronomie kann man hier nicht wirklich mit der in Deutschland vergleichen. Die Arbeit an sich ist um einiges entspannter und fast schon zu langweilig hier, da alle Aufgaben verteilt sind. Regelungen werden nicht so streng eingehalten, der Umgang mit den Gästen ist anders und das Verhältnis zwischen Chef und Angestellten ist auch nicht dasselbe. Das sind mal so meine Eindrücke bisher!

Erster Arbeitstag im Banjo’s bei der West Entertainment Group

Da Weihnachten schon halb vorbei ist, ist es natürlich auch interessant mal die Unterschiede zwischen Deutschland und Australien anzusprechen.

Ganz traditionell habe ich mir einen Adventskalender gekauft (Kinder Schokolade), den musste ich letzte Woche jedoch ‘leider’ in einem Zug aufessen, da die Schokolade davon schmolz :D

Am 02.12. haben wir den Weihnachtsbaum aufgestellt und angefangen weihnachtlich zu dekorieren. Die Australier rasten unglaublich gerne mit ihrer weihnachtlichen Dekoration aus - sowohl drinnen als auch draußen! Es erinnert stark an Amerikaner an Halloween und Weihnachten. Dementsprechend ist es sehr beliebt in der Weihnachtszeit um die Blöcke zu fahren und die bunte Vielfalt an Weihnachtslichtern zu bestaunen!

Am 10.12. habe ich mich bei 34 Grad dazu entschlossen Plätzchen zu backen (das erste mal alleine ohne Oma), dank der Hitze ist der Teig leider ausgetrocknet. Nachdem Brads Mum mir zu Hand ging, sind die Plätzchen zum Glück doch noch was geworden - 2 Tage konnte ich sie aufbewahren bevor alle aufgegessen waren - So erklärt sich auch wie ich in den letzten 3 Monaten 6kg zugenommen habe!

An Heiligabend beschloss ich nochmal Plätzchen zu backen, diesmal jedoch die 4-fache Menge! Dies dauerte tatsächlich auch geschlagene 4 Stunden, war aber jegliche Mühen wert und Verbesserung zum ersten Versuch wurde auch schon festgestellt!

Da wir uns gerade in Weihnachtsstimmung befinden und Zuhause jeder in der Stadt am Trinken ist, thematisieren wir nun den Alkohol in Australien. Grundsätzlich ist der Konsum hier sehr hoch und ich würde sagen Australier trinken sogar mehr als Deutsche! Ironisch ist jedoch, dass der öffentliche Alkoholkonsum nicht erlaubt ist und kann auch nicht in Supermärkten eingekauft werden. Um Alkohol zu kaufen, muss man in spezielle Geschäfte - Bottleshops.

Der Alkoholgehalt ist in den meisten Getränken geringer als in Deutschland und Shots dürfen in NSW Pubs nicht ausgeschenkt werden (es gibt Ausnahmen und da dürfen sie auf Eis serviert werden).

Solche Verbote machen öffentliche Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte unmöglich, aaaaaber kein Grund zur Panik, im Dan Murphys kann man importierten Glühwein aus Deutschland kaufen. Heute Abend (25.12.) zum Dinner wird die Flasche dann geköpft, gekocht und genossen. Da Brads Eltern an unserem Aussie-Kiwi-German Weihnachten natürlich auch meine Traditionen bewahren wollen, durfte ich gestern Abend EIN Geschenk öffnen. Nämlich Mamas Geschenk, das pünktlich vor Weihnachten in meinem dritten Paket von Zuhause ankam! Danke Mama❤️

Heute, am 25.12., wird dann auch in Australien offiziell Weihnachten zelebriert und am Morgen reichlich Geschenke ausgepackt - ich bin ganz schön verwöhnt worden von Brads Familie!

Da ich der Gast bin, durfte ich Santa Claus spielen und alle Geschenke verteilen

Einige Australier pflegen eine Weihnachtstradition und tragen witzige Hawaii Hemden an den Feiertagen. Ich wollte natürlich in die Fusstapfen treten und habe mein Hemd schon vor einem Monat besorgt!

Dieses Jahr hatten die McGregors beschlossen an Weihnachten Zuhause zu bleiben und ein ruhiges Fest zu veranstalten. Unerwartet standen dann jedoch Brads Onkel, Tante mit Ehemann aus West Australien und die andere Tante aus Neuseeland überraschenderweise vor der Tür! Am 22.12. haben wir einen gemeinsamen Familienausflug unternommen, um den Neuseeländern und der Deutschen ein bisschen Sightseeing zu ermöglichen.

Aktuell platzt das Haus aus allen Nähten mit 10 Personen im Durchlauf, wo selbst ich als absolute Laber Tasche an meine nervlichen und gesellschaftlichen Grenzen gerate :D

Anlässlich der Feiertage gab es gestern Abend Känguru zu Abend, was ich natürlich auch mal probieren wollte. Es schmeckt tatsächlich relativ gut, ist aber auch sehr ungewohnt!

Die väterliche Seite der McGregors

Nundle State Forest

Freitagmorgen (20.12.) hat uns Sarah leider sehr früh verlassen und ist nach 15 Monaten Aufenthalt in Tamworth schweren Herzens wieder nach Deutschland geflogen, was mich noch eine ganze Weile sehr traurig machen wird. Unsere Touri Abenteuer, Party Ausraster und Wochenendausflüge werde ich sehr vermissen.

Am 20.11. hatten Sarah und ich endlich mal das Wahrzeichen der Stadt Tamworth, die goldene Gitarre, besucht. Was für mich nach 2 Monaten Aufenthalt mal Zeit war! Eine Woche später waren wir dann in der Stadt shoppen und haben wie üblich laut durch den Laden auf deutsch miteinander gesprochen. Lynn, eine weitere Deutsche in Tamworth, überhörte unser Gespräch und war natürlich direkt neugierig und sprach uns an. Wie der Zufall so will, wohnt Lynn bei einer Gastfamilie in Moonbi. Sie ist jedoch kein AuPair wie die anderen 10 Deutschen. In diesen 4 Wochen nachdem wir Lynn kennenlernten, verbrachten wir 3 relativ viel Zeit miteinander!

Ach und bevor ich es vergesse, bin ich Sarah natürlich sehr dankbar dafür, dass sie mir per Video Chat beigebracht hat wie man eine Mango richtig schneidet :D

Ich kann mich auch gut erinnern, dass ich mich in meinem letzten Post über das Impi ausgelassen habe. Nun muss ich mich wohl korrigieren, da Sarah, Lynn und ich die letzten 2 Wochenenden dort waren und es wirklich richtig bombe war! Die Musik war deutlich besser, die Leute waren viel entspannter und cooler drauf und der gesamte Abend ging einfach steil!

Da Sarah jetzt leider weg ist und Lynn auch nur noch bis Februar hier ist, wird ab dann definitiv was fehlen... Da ich aber sowieso im Februar für 3 Monate auf eine Farm gehen möchte, um mein Farmwork für das Second Working Holiday Visa abzuschließen, werde ich von der Abwesenheit der beiden hoffentlich erstmal nicht so viel mitbekommen.

Wie es danach weitergeht steht aktuell noch in den Sternen. Dann wird erstmal nur noch gearbeitet, um meine Ersparnisse für die geplanten Trips zur Westküste und dann entlang der Ostküste zu erweitern.

Zum Abschluss und um den Tag zu versüßen hier noch ein Bild von Känguru Schwänzen, die Brad geschossen hat und Weihnachtsgrüße seinerseits :D

hi my name is brad :) Im sorry I can't speak German very well. it is nice to meet you all :) have a good Christmas and a happy new year :)

Hier mal wieder ein paar nette Bilder zum Abschluss!

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Port Macquarie und TCMF 2020

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Obdachlos und arbeitslos?