Obdachlos und arbeitslos?

Ich glaube es wird mal wieder Zeit für ein Update, was ich so getrieben habe und was jetzt so ansteht, so ohne Gastfamilie gibt es ja bekanntlich kein Dach über'm Kopf und demnach auch keine Arbeit und kein Geld. Nachdem ich am Dienstag, den 29.10. meinen letzten Arbeitstag hatte, "durfte" ich dann auch endlich gehen, sonderlich lange wollte ich mich in dem seltsamen Klima nämlich auch nicht mehr aufhalten. Habe mich ja so schon fehl am Platz gefühlt. Kontakt habe ich auch keinen mehr zu ihnen, nur mal kurz letzte Woche als mein zuvor bestelltes Paket nach 3 Wochen endlich ankam :D

Jetzt aber zur interessanteren Frage, was ich eigentlich genau mache...

Zurück in die Vergangenheit, um mal nebenbei zu erwähnen, dass ich in meiner ersten Woche in Tamworth einen liebenswerten und wundervollen Aussie kennengelernt habe, der den Australier nach seiner Ansicht (nicht nur nach seiner Ansicht) durch und durch verkörpert. Dazu kann ich nur sagen, ich habe noch nie einen Menschen wie ihn kennengelernt und das macht ihn noch besonderer als seine aufgedrehte und verrückte Art so schon ist! Da so eine Persönlichkeit auch nicht von ungefähr kommt, ist es ja schon ziemlich eindeutig, dass seine Eltern auch liebenswerte und tolle Menschen sind und das kann ich durchweg nur bestätigen! Ich habe schon oft vorher gehört, dass Australier total lieb, hilfsbereit und absolut offen sind, aber als ich die beiden das erste Mal getroffen habe, habe ich mich direkt willkommen und zuhause gefühlt! Die 3 Stunden, die ich dann hier war, haben sie mich mehr zu meiner Person und meiner Kultur gefragt und Interesse gezeigt, als meine Gastfamilie die letzten 3 Wochen zuvor!

Da ich mich dann irgendwann bei den McGregors wohler gefühlt habe als bei meiner Gastfamilie, habe ich auch mehr Zeit bei ihnen verbracht, weil hier einem das Gefühl von Zuhause vermittelt wird! Besonders auch das Verständnis wie man sich zwischendurch auf der anderen Seite der Welt als junge Person so alleine fühlen kann. Aber nach ihrer Aussage bin ich ja nicht alleine, sondern habe meine zweite neue Familie hier <3 Glücklicherweise durfte ich mich hier auch jedes mal auskotzen wie es mir so geht und habe mentale Unterstützung und Ratschläge erhalten, wie es so weitergehen könnte und wie ich meine Situation besser bewältigen könnte. Als ich mich dann dazu entschlossen habe, meine AuPair Zeit bei meiner Gastfamilie vorzeitig zu beenden habe ich mehrfach das Angebot erhalten, bei ihnen zu wohnen, bis ich andere Pläne habe. Dieses Angebot habe ich dann auch nach dem 5. mal überglücklich angenommen, da ich eigentlich sowieso schon so gut wie bei ihnen gewohnt hatte. Deutschkurse sind hier natürlich mit inbegriffen :D

https://youtu.be/SstfmRkskUM

3 Wochen wohne ich jetzt schon in Moonbi (20 Minuten außerhalb von Tamworth) bei den McGregors und bin überglücklich hier. Aktuell bin ich dabei mein RSA Zertifikat abzulegen, welches den verantwortungsbewussten Ausschank bzw. Umgang von Alkohol auszeichnet. Wenn dann alles gut und zu meinem Glück läuft, darf ich in unserem Stamm Pub in Tamworth, dem Welder's Dog, an der Bar anfangen. Aber das steht alles noch in den Sternen so lange mein RSA noch in Bearbeitung ist! Die Zeit bis jetzt, so arbeitslos, war am Anfang ganz entspannt, schön auszuschlafen und nichts zu tun, aber langsam wird es richtig langweilig und ich brauche Arbeit, um mich nicht noch unterforderter zu fühlen und dass die Reisekasse wieder aufgefüllt wird.

Am Freitag (15.11.) sind wir dann nach Manilla (circa 45 Minuten von hier) gefahren, um endlich mein Auto abzuholen. Ich habe die Woche vorher zufällig ein richtig gutes Angebot für einen Toyota RAV4 von 1999 gefunden, super Zustand, ALLES ausgetauscht und gemacht, was wichtig ist und noch zusätzliche brauchbare Dinge, wie ein neues Bluetooth Radio, elektrische Fensterheber, etc. Bin super happy mit meinem ersten eigenen Auto, da man außerhalb der Stadt ohne Auto eben leider absolut aufgeschmissen ist! <3

Ich war tatsächlich auch das erste mal in einem Musical - Kinky Boots, in dem Lucas (unser BroPair) mitgespielt hat, habe Tamworths internationales Street Food Festival besucht und habe mich endlich aufgerafft einen englischen Kinofilm anzusehen - Zombieland, was gar nicht so schwer zu verstehen war, da ich mich normalerweise immer vor englischen Filmen drücke, weil ich zu faul bin die Stimmen zu übersetzen. Sarah und ich haben vorletztes Wochenende (2.11.), als wir zu zweit aus waren, festgestellt, dass unsere Billiard Fähigkeiten definitiv doch noch ausbaufähig sind, aber wir sind natürlich willig zu lernen! Eventuell waren wir die Lachnummer für den ein oder anderen Aussie in den Pubs um uns herum... Das war dann auch der erste Abend hier, an dem ich tatsächlich mal richtig betrunken war, da ich mal nicht mehr fahren musste :D Das Wochenende danach waren wir wieder Samstagabends (9.11.) aus und haben mal einen Abstecher ins Imperial Hotel oder kurz Impi gemacht. Bekannt ist das Impi hier als Techno Club... ich würde aber eher behaupten es ist eine Schande diesen Laden als Techno Club zu bezeichnen :D Du kannst doch einen Laden in dem Countrymusik läuft nicht als Techno Club bezeichnen... Naja jetzt weiß ich zumindest, dass ich da nie wieder hingehen werde und auch keine 10$ Eintritt mehr bezahlen muss, zudem das Personal und besonders das Security Personal dort ziemlich unfreundlich war.

Das erste Mal waschen in einem Waschsalon habe ich dann auch hinter mir, wird jetzt aber definitiv noch öfter vorkommen, weil die Wasserkapazitäten dann doch etwas anders sind als zuhause. Da es hier selten regnet, haben alle Haushalte außerhalb der Stadt ihre eigenen Wassercontainer, die sie nach Bedarf gegen Geld auffüllen lassen, wie Tankstellen ihr Benzin durch LKW Lieferungen. Alle Haushalte in der Stadt bekommen ihr Wasser zwar aus der Leitung, was aber irgendwie so einen Chlor Geschmack wie in Spanien im Urlaub hat.

Eine Sache die ich neben der Erdnussbutter absolut für mich entdeckt habe, sind die Pommes und der Chickenburger von Oporto! Oporto ist irgendwie ein Mix aus KFC und McDonalds, nur gesünder und besser, um das Ganze auf meine Weise kurz zu erklären. Und etwas das mich endlich in Weihnachtsstimmung bringt und mir ein Gefühl von Zuhause vermittelt, sind die Lebkuchen, Spekulatius und Weihnachts Cookies, die man bei Aldi einkaufen kann! Witziger weise kann man auf der Rückseite der Verpackungen auch lesen, dass diese Artikel alle aus Deutschland importiert wurden.

Jetzt beginnt wohl das etwas andere Abenteuer, aber sowas kann man ja nie vorausplanen! Und wie Alex so schön gesagt hat "anders kennt man dich ja auch nicht", werde ich irgendwie meinen Weg finden und für mich das Beste draus machen. Eine Sache, die ich jetzt noch so persönlich hinzufügen muss, Geld ersetzt kein Glück und keine Zufriedenheit. Meine Gastfamilie hatte zwar ein großes, nettes Haus und hatte Pferde, ein Quad, ein riesen Grundstück, vier Autos etc., aber was soll ich damit, wenn ich sonst rundum unglücklich bin und mich denn ganzen Tag nur gestresst rumschlage?

Somit Cheers und sonnige Grüße ins kalte Deutschland und ein paar Impressionen, die nicht so ganz zu den anderen Bildern gepasst haben!🙋🏼‍♀️

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Zahllose Buschfeuer und die Angst vor Evakuierung

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Schwere Entscheidung