Weihnachten in Mullaley🎅🏼
Am 01.02.2021 habe ich meinen neuen Job auf der Baumwollfarm 'Cambooya' in Boomi angefangen und bin nach wie vor hier zu Gange.
Wie im letzten Post erwähnt, standen meine 179 days Farmwork bevor, um mich auf mein nächstes Visum bewerben zu können! Dazu jedoch mehr im nächsten Post.
Heute reisen wir mal wieder etwas in der Zeit zurück, um euch von meinem schönen Weihnachtsfest in Mullaley zu erzählen.
Eine Woche vor Weihnachten stand aber erstmal ein kleiner Trip nach Newcastle an, um meine Freundin Alice aus Tamworth für ein Wochenende zu besuchen!
Alice war damals auch ein AuPair, wir lernten uns über meine deutsche Freundin Sarah kennen. Haben uns seither aber leider nicht mehr gesehen!
Am 14.12. wurde ich von Greg beauftragt den Weihnachtsbaum und die passende Deko aus dem Hinterraum zu holen und aufzustellen. Greg ist der typische Grinch und kann den Wimmel um Weihnachten nicht ausstehen… Da ist er an die falsche Person geraten, denn ich fange auch im Juli schon an Weihnachtslieder im Auto zu spielen.
Natürlich durften meine Weihnachtsplätzchen auch nicht fehlen! Inzwischen hat sich das in eine Tradition entwickelt und ich möchte kein Weihnachtsfest ohne meine heißbeliebten Plätzchen feiern - es bringt ein Stück weit deutsche Heimat mit in das australische Weihnachtsfest.
Am 25.12. haben wir dann also gemeinsam Weihnachten im Pub gefeiert. Greg, Judy, Ben, Fernanda und ich haben ein ausgewogenes Mittagessen gemeinsam genossen. Im Anschluss gab es eine Tüte Plätzchen als kleines Geschenk für jeden.
Den Rest des Weihnachtsfests haben Greg und Judy mit ihren Kindern verbracht, die alle nach Hause kamen. Das Pub war für die paar Tage dementsprechend geschlossen.
Nach Weihnachten wurde ich etwas neugierig und wollte die Gegend im Umkreis Mullaley’s etwas erkunden. Demnach zog es mich am 26.12. irgendwo in die Pampa, da ich einfach random Straßen gefolgt bin. Da wir leider relativ viel Regen hatten, kam ich mit meinem kleinen, schweren Van nicht weit. :D
Irgendwo in der Pampa
Ein paar Tage später, kurz vor Neujahr zog es mich zurück Richtung Coonabarabran (ungefähr 70km von Mullaley).
Dort, ungefähr auf der Höhe von Rocky Glen, fand ich einen netten Streifen am Straßenrand, an dem ich unbedingt mal wieder ein Fotoshooting machen wollte! :D
Über Facebook bin ich mit der Schwedin Celine in Kontakt getreten. Sie war auf einer Farm etwas außerhalb von Mullaley und arbeitete für eine Familie mit Rinderzucht und Weizenanbau.
Wir haben uns ein paar Mal getroffen und hatten viel Spaß zusammen. Besonders genossen wir Trips nach Tamworth zu ‘Cold Rock Ice Cream’!
Die heilige Cold Rock Ice Cream mit Celine
Am 10.01 haben Sam und ich mal wieder einen Tagestrip unternommen und diesmal ging es nach Narrabri zu Mount Kaputar. Das besondere war diesmal unsere Reisebegleitung - sein Welpe Aly🐶
Sie ist das goldigste kleine Häufchen Fell, das man sich vorstellen kann! Definitiv mein Highlight. :D
24.01. Spontaner Campingtrip an Lake Keepit
Am 29.01. haben wir ein kleines Abschiedsessen zusammengestellt, da ich am darauffolgenden Tag für mein nächstes Abenteuer aufbrechen sollte. Natürlich wollte ich auch Celine dazu einladen. Gemeinsam mit Greg, Judy, Ben und Fernanda haben wir einen netten, letzten Abend miteinander verbracht und die letzten 3 Monate Revue passieren lassen.
Fernanda, Ben und Celine
Fernanda ist mir über die 3 Monate sehr ans Herz gewachsen. Wir haben unzählige tiefgründige Gespräche geführt, mit so vielen verschiedenen Themen (besonders viel über spirituelle Energien).
Sie war in so vielen emotionalen Momenten dabei und half mir wieder aufzustehen und den Kopf hochzuhalten. Dafür werde ich ihr auf ewig dankbar sein!❤️
Greg und Judy haben eine Kork Pinnwand mit Weltkarte an der Wand im Pub hängen.
An der Weltkarte hängen unzählige Fotos von allen Backpackern, die für die beiden über die Jahre gearbeitet haben.
In meinen 3 Monaten im Pub habe ich Greg und Judy unglaublich ins Herz geschlossen und natürlich auch Ben und Fernanda. Ich kann es kaum abwarten die beiden in Tasmanien oder eines Tages in Chile zu besuchen.
Mullaley war zwar ein kurzes Kapitel, hatte jedoch einen intensiven Einfluss auf meine Weiterentwicklung und mein allgemeines Wohlbefinden. In dieser Zeit ist mir erst so richtig aufgefallen wie wichtig ein gutes soziales Netzwerk ist und wie sehr man tatsächlich davon abhängt. Es gibt mir (und natürlich auch Mama) ein positiveres Gefühl zu wissen, ich habe liebevolle Menschen in näherer Reichweite, auf die ich mich immer verlassen kann und an die ich mich immer wenden kann, ganz egal was es ist.
Im Bezug auf die Weiterentwicklung bin ich froh, dass ich es gewagt habe mich auf so viele neue Abenteuer einzulassen, so viele liebevolle Menschen kennengelernt und neue Seiten des Landes gesehen zu haben. Seiten von denen ich vorher nicht einmal zu träumen gewagt hätte.
Durch die vielen Stunden im Roadhouse mit Judy und in der Küche mit Virginia und Nia habe ich so einiges über’s Kochen gelernt und fühle mich inzwischen selbstbewusster für mich selbst zu kochen und mich selbst zu versorgen. Es muss ja nicht erwähnt werden, dass ich seit meinem Auszug von Zuhause in Deutschland endlich gelernt habe wie man seine eigene Wäsche wäscht, Schmutzflecken behandelt und was man nicht in den Trockner werfen sollte! :D
Abgesehen von der persönlichen Weiterentwicklung darf man natürlich auch nicht vergessen welch unterschiedliche Kulturen man auf dem Land erlebt.
Während meiner Zeit im Pub habe ich einige Momente erlebt, in denen mir oft bewusst wurde wie viele intolerante Menschen in der weiten Welt herumirren und dass es doch so einige auf dem Land gibt, die so in ihrer eigenen Blase verloren sind, dass sie einem schon fast Leid tun.
Besonders wenn es um die Sprachbarriere geht, merkt man die Intoleranz am Meisten. Ich hatte Glück, da sich mein Englisch seit der Ankunft im vorigen Jahr stark verbessert hat. Einige Leute hatten jedoch die Südamerikaner und auch Spanier oftmals stark auf dem Kicker, da deren Englisch eben nicht immer so glanzvoll rüberkam.
Ich erinnere mich an eine Auseinandersetzung mit ein paar der örtlichen Stammgäste, ich sagte ihnen nur sofern sie es nicht in Anbetracht zogen überhaupt erst eine zweite Sprache zu lernen, sollten sie die Schnauze halten und ihre eigene Muttersprache erstmal richtig lernen. Danach war Ruhe.
Ich kam zum Fazit, dass es einfach ein anderer Umgang mit den Leuten vom Land ist und zudem die Frage was man erwarten soll, wenn man nur die Leute kennenlernt, die nahezu täglich im Pub sitzen und ihr Verdientes direkt verbraten?