Die absolute Unabhängigkeit und große Veränderungen

Seit Ende der ersten September Woche bzw. dem australischen Vatertag (06.09.) befinde ich mich wieder in Tamworth und viele Dinge hatten sich seit dem letzten mal verändert. Gefühle, gewisse Ansichten, Wünsche und Pläne für die weitere Zeit hatten sich durch das Leben auf der Farm weiterentwickelt und mich nachdenklich gemacht. Demzufolge und aus anderen Gründen ging es mir emotional immer schlechter und ich hatte mich eigentlich schon als depressiv eingestuft und wusste nicht mehr wirklich was ich machen sollte, um mich bester zu fühlen und wieder glücklich zu werden.

Am 07.09. sind Brad und ich nach Gunnedah gefahren, um endlich unseren Van abzuholen, den wir zu einem Campervan umbauen wollten. Ich war seit Monaten super aufgeregt über die Idee und die Tatsache, dass wir das tatsächlich umsetzten werden. Doch durch meinen mentalen Zustand und meine negativen Emotionen war die Aufregung einfach verloren.

Wir haben den Van abgeholt (was für mich überwältigend war, da ich 1 1/2 Stunden alleine Auto gefahren bin, was so nicht oft in meinem Leben vorkam!). Brad und sein Dad hatten den größeren Aufwand in den Umbau gesteckt, da ich keine Ahnung vom Bauen habe. Ich habe mich ums Holz schmirgeln, streichen und putzen gekümmert, den Rest des Umbaus habe ich den beiden zu verdanken!

Isolation für die Seitenwände und die Hecktür

Ende September hatte ich beschlossen eine Woche alleine nach Newcastle an den Strand zu fahren und vorher noch einen Kumpel in Narrabri zu besuchen, um mal wieder Zeit für mich alleine zu haben und meine Gedanken sortieren zu können. Demnach habe ich mich dann freitags (25.09.) in den Zug gesetzt und kam sonntags (04.10.) wieder zurück nach Tamworth. Es war schön mal wieder andere Dinge zu erkunden, sich alleine zurechtfinden zu müssen und neue Leute kennenzulernen (die mich eigentlich gar nicht mehr zurück nach Tamworth gehen lassen wollten). Um ehrlich zu sein wollte ich auch überhaupt nicht mehr zurück nach Tamworth.

Blue Door Kiosk

The Fresh Prince of Bel Air

Ein netter Ausflug ins Black Butt Reserve

Nachdem ich aus Newcastle zurück war und bei Brad Zuhause wieder ankam, war die ganze Stimmung sehr angespannt und ziemlich ungemütlich. Ich hatte die ganze Zeit schon das Gefühl vieles nicht richtig zu machen bzw. Entscheidungen anders zu treffen, als sie von mir erwartet wurden. Um jetzt nicht um den heißen Brei herum zu schreiben, hat eben eins zum Anderen geführt und Bradley und ich haben die Beziehung am 10.10 beendet. Somit bin ich logischerweise auch ausgezogen. Dies war natürlich auch traurig für das Van Projekt, aber was will man tun! Es lag in meinen Händen das Projekt weiterzuführen und irgendwann abzuschließen.

Diese Erfahrung war sehr überwältigend, da man sich die vergangenen 13 Monate ein Leben gemeinsam aufgebaut hat, Pläne für die Zukunft ausklügelte und man so seine Bezugspersonen hat und das ist dann schlagartig alles einfach weg... man ist wieder alleine und ganz auf sich allein gestellt. Was ich zuvor ja auch schon gewesen bin, aber wie soll man etwas vermissen, das man zuvor nicht erlebt hatte? Besonders überwältigend war die Situation insofern, da ich nicht wusste wo ich nun hingehen sollte. Zum Glück habe ich ihn für den Van ausbezahlt, somit bin ich zumindest mobil und habe vieeeeeel Stauraum für all meine Besitztümer (die sich nach 13 Monaten ganz schön angehäuft haben...). Zudem war der Van zu diesem Zeitpunkt einfach nicht bewohnbar, was den Stresspegel etwas erhöht hat. Nachdem ich dann auf dem Tankstellen Parkplatz in Moonbi zwei Stunden mit Mama telefoniert hatte, war die Welt jedoch schon viel besser und nicht mehr so "ich buche mir jetzt einen Flug nach Hause und lasse das Auto einfach stehen".

Ich habe den Van im größten Chaos mitgenommnen und alles einfach irgendwohin geworfen, um schnellstmöglich wegfahren zu können! Ich hatte nicht mal Bettwäsche, geschweige denn Platz auf der Matratze, um zumindest die erste Nacht irgendwo zu campen. Panik vorprogrammiert!!! Ich bin ja froh dass zumindest alle meine Besitztümer in den Van gepasst haben und ich nicht allzu viel hinterlassen musste.

Letztendlich kam mir die Idee ich könnte ja Sharmayne fragen, ob ich ein paar Tage bei ihr bleiben könnte. Demnach befand ich mich dann für vier Wochen bei Sharmayne und ihrer Familie in Moonbi im Pferdestall (in dem ich seit Anfang des Jahres ja schon aushilfsmäßig gearbeitet habe). Hier habe ich zehn Stunden die Woche für meine Unterkunft gearbeitet und jede weitere Arbeitsstunde zahlte sie mir am Ende der Woche bar auf die Hand. Dieser Deal war für uns beide perfekt, sie hatte eine weitere helfende Hand und ich hatte ein gemütliches Dach über dem Kopf und tolle Leute, die sich auch um mich kümmern. Zudem hatte ich ein bisschen Arbeit, um nicht aus dem Rhythmus zu kommen und nette Gesellschaft, die ich jetzt schon sehr vermisse! Das erste Wochenende sind wir nach Sydney bzw. Camden, wo Sharmayne aufgewachsen ist, zu einem Event gefahren. Dies war eine coole Gelegenheit für mich, da ich einiges gelernt und Dinge erlebt hatte, die ich sonst nur aus dem Fernseher kannte. Besonders cool, wenn man internationale Champions kennenlernt, die bei den olympischen Spielen teilgenommen und sogar gewonenn haben! Nicht alle Pferdeexperten sind hochnäsig und nur von sich selbst überzeugt - es gibt tatsächlich noch bodenständige und großzügige Menschen in dieser Branche!

In diesen vier Wochen, nachdem ich Brad's Zuhause verlassen hatte, aber trotzdem noch in Moonbi war, habe ich versucht einiges an meinem Van auf die Reihe zu bekommen, um der Zielgeraden etwas näher zu kommen! Anfangs war das eine Herausforderung, da mir nie jemand gezeigt hatte, wie man richtig bohrt oder sämtliche Maschinen benutzt... aber ich wäre nicht Paula, wenn ich das nicht auch irgendwie alleine gemeistert hätte und mir selbst zu helfen wüsste! :D

Die Zeit bei Sharmayne ging rum wie im Flug und die Jobsuche hatte ich um ehrlich zu sein auch echt rausgezögert. Ich wusste es ist nun Zeit Tamworth zu verlassen, aber es fiel mir doch sehr schwer. Nach einem Jahr fühlt es sich doch schon ein bisschen nach Heimat an! Ich bin sehr froh, dass ich diese vier Wochen bei Sharmayne hatte, da wir uns noch viel intensiver kennenlernen konnten. Am meisten werde ich einen ihrer zwei Hunde, Babs, vermissen, da sie immer zum Schmusen in meine Granny Flat kam, besonders wenn es stürmisch war und gedonnert hat! Und natürlich das Hausschwein Kevin Bacon, den sie sich vier Wochen zuvor zugelegt hatte (er lebt jedoch draußen).

Den Zaun um Sharmaynes Haus herum, habe ich nebenbei auch noch gestrichen! Bin jetzt zum professionellen Maler mutiert (so viel wie ich bei ihr jetzt schon gestrichen habe) :D

Mittlerweile hatte ich Bettwäsche, Decken und Kissen organisiert und das ganze Auto ausgemistet und organisiert, sodass alles ordentlich verräumt ist und seinen Platz hat! Zudem habe ich Lichterketten gekauft und aufgehangen und meine Küchen Schublade mit ein paar Griffen und Kleinigkeiten ausgestattet, um sie richtig funktionstüchtig zu machen! Dann wurde der Wassertank gebleached und gesäubert, um auch diesen funktionstüchtig zu machen und einen Kanister für Trinkwasser und eine Kühltruhe, als Ersatz Kühlschrank für eine Weile, gekauft. Now I’m ready to roll!

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Mullaley - meine neue Heimat

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Ausflüge während meines Farmworks in Scone