12 weitere Monate Down Under

So jetzt stellt sich die große Frage, wie ich die vergangenen sechs Monate kurz und knapp zusammenfasse haha!

Beginnen wir einfach mal mit der wahrscheinlich schönsten Nachricht zuerst. Am 08.09. habe ich, nach Eingang meines letzten Payslips, mein Second Working Holiday Visa (weitere 12 Monate Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung), bestätigt bekommen und befinde mich nun seit dem 18.09. in meinem zweiten Jahr in Australien. Yayyyyy <3

Demnach erschließt sich auch, dass der Kampf um mein Farmwork endlich einen Erfolg erzielte. Am 30.05. bin ich nach Scone, NSW (circa 2 Autostunden von Tamworth entfernt) gezogen und habe auf Turanggafarm am 01.06. meine 88 Tage Farmwork begonnen. Am 06.09. habe ich die besagte Farm dann auch endlich wieder verlassen!!

Ich war darauf vorbereitet, dass Farmwork harte, physische Arbeit sein wird, aber wenn man von monatelang nur hier und da Arbeit, zu Vollzeit 42 Stunden umsteigt, haut einen das erstmal um. Die ersten drei Wochen bin ich jeden Abend vor 20 Uhr einfach weggepennt, manchmal sogar ohne Abendessen, weil keine Energie mehr vorhanden war :D Der anstrengendste Part für mich war aber gar nicht die physische Arbeit, sondern die mentale Anstrengung und Herausforderung, die einem auf dieser Farm geboten wurde.

Ich werde dazu auch kein großes Fass aufmachen, aber netter, wertschätzender Umgang ist anders. Es ist stadtweit bekannt, dass Chef und Sohn auf dieser Farm viel schreien, beleidgen und keine Dankbarkeit zeigen. Leider waren dies nicht nur Gerüchte oder Tratsch, sondern die nackte Wahrheit. Jedenfalls war es für eine sensible Person wie mich eine große Challenge und ich bin froh, dass ich es letztendlich irgendwie bis zum 06.09. durchgezogen habe... auch wenn der ein oder andere mentale Kollaps nicht verneint werden kann.

Jeder Arbeiter wohnt in seiner eigenen Unit und zahlt 60$ Miete pro Woche. Somit hat jeder seine eigene Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Badezimmer. Bei 60$ kann man sich auch definitv nicht beschweren. Einige Working Hostels, in denen du dir Küche, Schlafzimmer und Badezimmer mit (wenn es ganz doof läuft) bis zu zehn Leuten teilen musst, verlangen bis zu 250$ Miete pro Woche. Arbeitszeiten waren Montag bis Freitag von 7 - 16 Uhr und am Wochenende von 7 - 9/10 Uhr und dann nochmal von 14 - 16 Uhr. Ich hatte immer samstags frei, was entspannter war, wenn Brad übers Wochenende vorbeikam. Überstunden wurden keine bezahlt und davon gab es pro Woche einige... eigentlich sind vertraglich 38 Stunden pro Woche vereinbart, aber man kann eigentlich mit 42 Stunden rechnen, da man nahezu jeden Tag und besonders an den Wochenenden länger arbeiten musste.

Zu Beginn meiner Anstellung waren wir zwei deutsche Mädels, ein schwedisches Pärchen und ein Italiener. Als ich die Farm verlies, waren es dann zwei Australierinnen, der Italiener und ich. Und dazu muss ich auch sagen, dass ich heil froh war, als ich endlich gehen konnte, da mir die ältere Australierin die Hölle auf Erden bereitet hat... solch einen falschen, hässlichen und manipulativen Charakter habe ich selten in meinem jungen Leben kennengelernt!!!

Im Vergleich zur vorherigen Farm, auf der ich im März gearbeitet habe, war diese Erfahrung deutlich besser. Meine Angst nochmal auf so eine mental fordernde Farm zu kommen, ist trotzdem nicht geringer geworden haha! :D Trotzdem bin ich dankbar, dass ich die Chance hatte mein Farmwork zu absolvieren, somit mein Visum genehmigt zu bekommen und trotzdem eine coole Zeit zu haben! Wann hat man denn nochmal die Chance zu solchen Erlebnissen mit über 160 Pferden?

Meine Tätigkeit hier auf Turangga wird als Stable / Stud hand bezeichnet (Stallbursche sozusagen). Die Hauptaufgaben bestanden aus Pferde füttern, Boxen ausmisten, Pferde waschen, Pferde von Paddock zu Paddock bewegen (führen oder als Herde zwischen zwei Gatorn treiben) und bei sämtlichen Aktivitäten assistieren. Sei es wenn der Tierarzt kommt oder Zahnarzt, Chiropraktiker, Hufschmied oder weiß der Geier was sonst noch anstehen könnte. Die Aufgaben bestanden eigentlich alle aus jeglicher Arbeit rund ums Pferd und wenn nichts zu tun war, dann war man als Farm Hand tätig. Dann hieß es Gartenarbeit oder Filippo mit Irrigation (Bewässerung) oder sonstigem Farmarbeiten helfen. Die ersten sechs Wochen von Juni bis Mitte Juli waren relativ ruhig, da es noch off-season war. Also viel Zeit, um Unkraut zu jäten oder Rasen zu mähen. Ab dem 01.09. startet dann offiziell die foaling season und alle Fohlen vom vorherigen Jahr werden offiziell als ein Jahr älter bezeichnet. Die ganze Saison zieht sich dann bis ungefähr Ende Mai, hängt natürlich aber auch von der Größe des Stalles ab und wann die Stuten das Jahr zuvor gedeckt wurden. Wenn die Saison startet, wird es zu Beginn relativ hektisch bis alle Vorbereitungen getroffen wurden und das neue Personal "eingelernt" wurde und jeder weiß was wann wie passiert. Zu meiner Überraschung zählte es auch zu unseren Aufgaben, die Pferde zu impfen und ihnen sämtliche Schwangerschaftsvorbereitungen (bzw. Hormone) zu verabreichen. Ich würde sagen die Pferde bewegen war mit unter der hektischste und nervenaufreibendste Part des gesamten Jobs... zumal die Methoden und Vorbereitungen auch nicht wirklich immer sicher und abgeklärt waren.

Hier sieht man die Namenskombination aus Broodmare (oberhalb des X) und Stallion (unterhalb des X). Die Zahlenkombination beschreibt das wie vielte Fohlen es in der besagten Saison war (oberhalb der Linie) und um welchen Jahrgang es sich handelt (unterhalb der Linie). Und zu guter letzt das jeweilige Branding des Züchters (in diesem Fall ein SR). Bis die drei Jahre alten Pferde dann endlich benannt werden, behalten sie den Namen der Mutter, mit dem Geburtsjahr hinten dran gehängt, bei (z.B. Rose of Dane '18).

https://youtu.be/o-zslkwmFjs

https://youtu.be/dqa3W9hASVE

https://youtu.be/Td1Q6VTq_ZM

https://youtu.be/8_M0EIu46Vo

https://youtu.be/-5rjemzoCnk

https://youtu.be/G0WraoSmtBA

https://youtu.be/6ShJq41mepo

https://youtu.be/F2Zk4sc9LX4

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Ausflüge während meinem Farmwork in Scone

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Zwischenzeitliches Update